Maren Aktas
Elternfragen, Kultur mit Kind

Zweisprachigkeit: Mit dem Kind in der eigenen Herzenssprache sprechen

Mit „Elternfragen“ möchte ich einmal wöchentlich mit Experten reden, Mythen hinterfragen und Antworten auf Fragen finden, die sicher viele beschäftigen. Fragen stellen finde ich nicht nur bei Kindern wichtig. 

Dieses Mal erzählt Psychologin Dr. Maren Aktas, wann man Kinder zur Zweisprachigkeit erziehen soll und wie sie zu sprachlichen Frühförderungskursen steht. 

Wenn Kinder mehrsprachig erzogen werden: Welchen Einfluss hat das auf die Sprachentwicklung? 

 

 

Mehrsprachigkeit hat viele Facetten, so dass es mit generellen Aussagen schwierig ist. Wenn ein Kind unter guten Bedingungen gleichzeitig mehrere Sprachen lernt, unterscheidet es sich eigentlich nicht von einsprachig aufwachsenden Kindern. Das menschliche Gehirn hat Platz für mehrere Sprachen und ist prinzipiell nicht überfordert, wie man vielleicht denken könnte. Mehrsprachig aufwachsende Kinder entwickeln sich weder grundsätzlich schneller noch langsamer als einsprachige Kinder.

 

Auch bei einsprachig aufwachsenden Kindern gibt es solche, die sprachlernbegabt sind und andere, die sich mit dem Sprechenlernen schwertun. Das ist bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern nicht anders. Oft ist es aber so, dass eine Sprache Oberwasser hat, weil sie in der Familie einfach häufiger gesprochen wird. Dann kann es sein, dass die seltener gesprochene Sprache in der Entwicklung etwas hinterherhängt. Und dann werden die Sprachen ja in unterschiedlichen Situationen verwendet. Türkisch vielleicht beim Frühstück und Abendessen zu Hause und Deutsch in der Kita, beim Spielen und beim Einkaufen.

 

Dass der Wortschatz in den jeweiligen Sprachen dann unterschiedliche Wörter beinhaltet, liegt auf der Hand. Betrachtet man dann nur eine Sprache isoliert, kann es anfangs den Eindruck vermitteln, dass sich das Kind langsamer entwickelt als einsprachig aufwachsende Kinder. Betrachtet man beide Sprachen zusammen, sieht es anders aus.

 


Negativen Einfluss auf den Spracherwerb hat es allerdings, wenn die Sprachen von den Erwachsenen ständig vermischt werden, z.B. innerhalb eines Satzes.

 

Dann gelingt es dem kindlichen Gehirn einfach schwerer, die beiden sprachlichen Systeme auseinander zu halten. Also, unter guten Lernbedingungen ist Mehrsprachigkeit überhaupt kein Problem, im Gegenteil, mehrsprachig aufwachsende Kinder bilden früher als andere Kinder sogenannte metasprachliche Fähigkeiten aus, können flexibel zwischen Sprachen springen und vieles mehr.  Das ist natürlich ein Gewinn!

 

 

Kürzlich habe ich gelesen, dass Kinder nur in den ersten beiden Jahren zu echter Zweisprachigkeit erzogen werden können: Was ist dran und vor allem, was bedeutet das? 

 

 

Man liest tatsächlich häufig, dass die ersten zwei oder drei Lebensjahre entscheidend sind für die kindliche Entwicklung, nicht nur für die Sprachentwicklung und dass danach das Lernfenster zugehe. So pauschal gilt das nicht. Es stimmt zwar, dass es in den ersten Lebensjahren sogenannte sensible Phasen in der kindlichen Entwicklung gibt, also Zeiträume, in denen Erfahrungen besonders leicht zu Lerneffekten führen. Das bedeutet aber nicht, dass nach dem dritten Geburtstag die Tür zuschlägt. Der Mensch ist ein Lernwesen und das Gehirn ist wesentlich plastischer und anpassungsfähiger als man noch vor wenigen Jahren dachte.
Schauen wir auf die Sprache, so lässt sich beobachten, dass Kinder in den ersten Lebensmonaten die Laute aller möglichen Sprachen dieser Welt unterscheiden können, gegen Ende des ersten Lebensjahres gelingt das dann nur noch für Laute der Umgebungssprachen, in denen mit ihm gesprochen wird. Hört das Kind aber z.B. dauerhaft Deutsch und Chinesisch, bleibt die Unterscheidungsfähigkeit für diese beiden Sprachen bestehen.

 

Damit ist es natürlich einfacher als sich später im Leben mühsam in ein gänzlich unvertrautes Sprachsystem einzuhören. Und während man ein Lautsystem, das man von klein auf lernt, mühelos anwenden kann, sprechen späte Zweitsprachlerner häufig dauerhaft mit Akzent, auch wenn sie einen großen Wortschatz aufgebaut haben und die Grammatik fehlerfrei beherrschen.
Was die Grammatik einer Sprache angeht, so lernen Kinder die Regeln implizit, das heißt beiläufig, unbewusst, ohne Lernabsicht, einfach aus der Interaktion mit ihren Bezugspersonen heraus; Erwachsene können in einem fremden Land natürlich auch in dieses „Sprachbad“ steigen und davon profitieren, sie benötigen in der Regel aber zusätzlichen Sprachunterricht, in denen ihnen die Grammatik auch explizit vermittelt wird, weil sie die Regeln der Sprache nicht mehr so gut implizit ableiten können.

 

Es ist Erwachsenen also auch noch möglich, eine oder mehrere Sprachen so gut zu lernen, dass es Muttersprachniveau entspricht. Wie gesagt, sie fallen an ihrer Aussprache auf oder an falschen Betonungsmustern. Und es ist mühsamer!

 

Über ein frühes mehrsprachiges Aufwachsen erhält man die zweite Sprache sozusagen „for free“ dazu.

 

 

Deutschsprachige Eltern, die mit ihren Kindern französisch plaudern. Auf mich wirkt so etwas immer sehr albern: Kann das wirklich effektiv sein? 

 

 

DudenEltern meinen es gut mit ihren Kindern, wenn sie ihnen so früh wie möglich eine zweite Sprache mitgeben wollen. Sie gehen davon aus, dass das Kind so Vorteile im späteren Leben hat. Für die Kinder ist das jedoch überhaupt nicht entscheidend. In den ersten Jahren geht es darum, dass es eine Bindung mit seinen Eltern aufbaut, dass es erfährt, dass seine Bedürfnisse und Gefühle verstanden werden, dass es selbst seine Bezugspersonen versteht.

 

Das funktioniert anfangs ganz ohne Sprache – über Gesichtsausdrücke, Gesten, Körperbewegungen und Blicke. 
Sprache ist ja viel mehr als Wörter und ein grammatisches System. Über Sprache – die Sprachmelodie, die Stimmfärbung, Koseworte, Schlaflieder uvm. – bauen wir Beziehung, Vertrauen und Nähe auf zu unseren Kindern. Das funktioniert nur in der Sprache richtig, in der sich die Eltern selbst sicher und zu Hause fühlen.

 

Daher ist es wichtig, mit seinem Kind in der eigenen „Herzenssprache“ zu sprechen. Und das ist in der Regel die Muttersprache.

 

Wenn Eltern dann eine weitere Sprache einführen, die aber nicht die ihre ist, in der sie sich also nicht richtig zu Hause fühlen, kann das für den Beziehungsaufbau irritierend sein. Gerald Hüther fragte in einem Interview einmal treffend sinngemäß, wie merkwürdig es wohl für ein Kind sei zu erleben, wie sich die Eltern in einer Sprache abmühen, die nicht die ihre ist.
Generell gilt, dass man nur dann eine Sprache mit Kindern verwenden sollte, wenn man diese absolut auf Muttersprachniveau beherrscht. Das Kind leitet nämlich ganz automatisch und unbewusst die Regeln einer Sprache aus dem ab, was es hört. Sind die Sätze, die seine Bezugsperson an es richtet, grammatikalisch falsch, stimmen Betonung und Aussprache nicht, lernt es diese falschen Regeln. Und etwas umzulernen ist viel schwieriger als etwas neu zu lernen.

 

 

Dreijährige in Chinesisch Kursen, Vierjährige, die auf Italienisch zählen oder Kinder, die bereits drei Sprachen sprechen: Gibt es in Deutschland diesen Trend zur Mehrsprachigkeit?

 

 

Kindern im Kindergartenalter macht es oft besonderen Spaß in unterschiedlichen Sprachen Zahlen aufzusagen oder ein Geburtstagslied zu singen. Das wird in Kitas auch gefördert, um der Vielsprachigkeit, die in den Einrichtungen Realität ist, Wertschätzung entgegenzubringen. Mit Sprachen und Sprachlauten zu spielen, macht einfach Spaß!
Worauf Sie anspielen sind die Eltern, die ihre Kinder früh in Sprachkurse schicken, um ihnen die besten Startchancen in unserer globalisierten Welt zu bieten. Eine generelle Tendenz dazu kann ich nicht ausmachen, allerdings kenne ich keine Zahlen dazu. Sicherlich gibt es in großstädtischen Ballungsräumen eher Anbieter, die versuchen, bei Eltern Bedarf zu wecken. Schaut man in kleinere Städte oder ländliche Gebiete, halten sich solche Zusatzangebote in Grenzen.

 

Ich habe eher das Gefühl, dass der Trend z.B. einmal wöchentlich Englisch in der Kita anzubieten, wieder etwas abgeebbt ist, seit man sich fachlich intensiver mit dem Thema Mehrsprachigkeit auseinandersetzt. Aus der Forschung weiß man, dass aus solchen Frühenglisch-Kursen in keinster Weise Muttersprachler herausmarschieren.

 

Einige Kognitionsforscher wie z.B. Elsbeth Stern warnen sogar davor, Kinder mit solchen frühen „Leistungskursen“ zu überfrachten. Es sei noch nicht geklärt, ob solche frühen Zusatzangebote nicht andere, von der Natur in dem Zeitraum vorgesehenen Lernprozesse verdrängen.

 

 

Was raten Sie Eltern, die sich dazu entscheiden, mit ihrem Kind zweisprachig zu kommunizieren?

 

 

Ich finde es wichtig, dass sich die Eltern klar darüber sind, warum sie zweisprachig erziehen wollen. Es gibt gute Gründe für mehrere Sprachen: Wenn es ihre Herzenssprachen sind, die sie dem Kind mitgeben wollen; wenn sie möchten, dass das Kind sich langfristig auch mit Großeltern und anderen Verwandten unterhalten kann, die nur die anderen Sprachen beherrschen; wenn geplant ist, in Kürze in das entsprechende Land zu ziehen uvm.
Wenn es jedoch eher Prestigegründe sind oder die Eltern das Kind frühzeitig auf die Karriereschiene setzen wollen (und die Eltern zudem die Sprache nur auf „Schulsprachniveau“ sprechen) würde ich dringend davon abraten.
Lebt eine Familie in einem mehrsprachigen Umfeld, dann ist bei der mehrsprachigen Erziehung vor allem auf eine systematische Sprachentrennung zu achten: In den frühen Phasen des Spracherwerbs sollten Sprachen nicht bunt gemischt werden, wie bereits erwähnt. Das kindliche Gehirn weiß ja zunächst nicht, ob ein Wort oder Satz z.B. deutsch oder russisch ist. Es muss aber für beide Sprachen die Laute lernen, einen Wortschatz aufbauen und das grammatische System erwerben. Wenn eine klare Sprachentrennung da ist („eine Person – eine Sprache“ wäre der klassische Ansatz oder „innerhalb der Wohnung vs. außerhalb der Wohnung“, da ist vieles denkbar), erleichtert man dem kindlichen Gehirn, quasi das „passende Kästchen“ für das jeweils Gehörte zu öffnen.
Dann ist es wichtig, dass das Kind beide Sprachen kontinuierlich hört, also am besten täglich und zudem in korrekter und abwechslungsreicher Grammatik. Außerdem weiß man, dass die seltener gesprochene Sprache mindestens ca. 20-25 % des sprachlichen Inputs ausmachen muss. Sonst ist es absolut gesehen einfach zu wenig.

 

Vielen lieben Dank für das Interview. 

 

Dr. Maren Aktas, Diplompsychologin. Sie arbeitete viele Jahre an der Universität Bielefeld in der Arbeitseinheit „Allgemeine und angewandte Entwicklungspsychologie“ bei Prof. Grimm. Der Forschungsschwerpunkt lag auf der Sprachentwicklung von Kindern und der Diagnostik von Entwicklungsstörungen. Maren Aktas ist Mitglied im Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung e.V., einem Verein, der an der Schnittstelle von Forschung und Praxis arbeitet. Maren Aktas führt seit vielen Jahren Fortbildungen für Erzieherinnen zur kindlichen Entwicklung, v.a. zu ein- und mehrsprachigen Spracherwerb durch, und berät Eltern zu diesen Fragen.

 

Einen guten Artikel, wie sich Zweisprachigkeit im Alltag bewährt findet Ihr zum Beispiel auch beim Mamablog Einerschreitimmer.

Mini-Blogger-Treffen
Alltag, Kultur mit Kind

Salzburg: Berge und Bloggerinnen im Wochenende in Bildern vom 4. bis 5. 2017

Dem geneigten Leser ist es bestimmt schon aufgefallen: Wir sind relativ häufig in Österreich. Auch dieses Wochenende waren wir wieder dort.

 

Autofahrt.

Auch innerhalb Österreichs sind wir ganz gerne unterwegs: Hier bei einer Autofahrt.

Wir bewegen uns in Richtung Berge.

 

Na, erkennt Ihr in welcher Stadt wir gelandet sind? Ok, der Titel hat es vielleicht schon verraten.

Mini-Blogger-Treffen

Während die Männer sich mit der Familie treffen, bin ich mit meinen zwei lieben Blogger-Kolleginnen von Muttis Nähkästchen und Einer schreit immer (Danke für das Selfie) unterwegs. Und meinem Mädchen: nicht im Bild.

Kaffeehaus

Wir haben einiges zu besprechen, wovon ich bald berichten werde: natürlich im Kaffeehaus.

Die Küche im Kaffeehaus „Würfel Zucker“ ist übrigens super: die Bedienung erinnert mich eher an Berliner Kneipen. Und nein, das ist an dieser Stelle nicht als Kompliment gedacht.

Am Sonntag geht es wieder gen Berlin und ich schlafe in ungefähr dieser Haltung ein: das spüre ich bestimmt noch bis zum Ende der Woche.

 

Und wie war Euer Wochenende so? Ich freue mich schon, wenn ich Euch erzählen kann, was wir so ausgeheckt haben. Und wenn mir mein Hals nicht mehr weh tut.

 

In Berlin riecht es übrigens tatsächlich schon nach Frühling: Bei Euch auch?

 

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen.

Meinung

Über Fremdbestimmtheit und das Ich

Wäre der Begriff Fremdbestimmtheit ein Pullover hätte er schon abgewetzte Ärmel, die Knöpfe wären lose und bestimmt, hätte er an vielen Ecken kleine Löcher. Er wäre abgenutzt. Den Begriff der Fremdbestimmtheit find ich unglaublich abgegriffen.

 

Immer wieder geistert er durch Foren, Elternblogger-Texte und Twitter-Diskussionen: Mütter fühlen sich fremdbestimmt. Durch ihre Kinder. Ich lese und bin mal wieder etwas ratlos. Warum??? Frauen, die sich ihren Pulli aus der Modezeitschrift diktieren lassen, die nervös werden, weil die Nachbarin Größe 38 trägt und deren Chef bestimmt, ob sie um 17 Uhr oder um 19 Uhr Feierabend machen dürfen, fühlen sich durch ihre Kinder fremdbestimmt. Nun ja.

 

Es sind Kinder. Kleine Kinder. Und natürlich bestimmen die über einen Teil unseres Lebens. Weil sie uns brauchen, und wenn das Einschlafen mal länger als eine Stunde dauert, hat man sich das vielleicht anders vorgestellt. Und bestimmt gibt es viele Situationen, die einen fordern und mitunter ist man manchmal auch überfordert. Bestimmt ist einiges neu.

 

Was mir allerdings absolut nicht klar ist, warum das Fremdbestimmtheit sein soll? Warum ich immer wieder lese, dass „das Ich“ dabei verschüttet gehen soll? Wenn ich mit meinen Kindern bin, bin ich immer noch ich. „Schau mal, wie schön“, sagt mein Sohn und zeigt mir Dinge, die ich über 30 Jahre nicht gesehen habe. Dinge, die ich selbst erlebt habe, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin, zeige ich meinen Kindern. Manche Dinge mache ich grad nicht, weil andere Dinge Vorrang haben. So ist das nun mal. Wie in jeder Phase.

 

Mein Ich geht dabei bestimmt nicht verloren. Es wird weiter. Irgendwann werde ich vielleicht abends wieder öfter rausgehen, vielleicht auch nicht. Aber ich muss nicht besoffen in der Ecke liegen, um zu erkennen, dass ich ich bin. Dazu muss ich auch nicht ständig irgendwelchen Hobbies nachgehen, die mal eine größere Priorität hatten. Und vielleicht auch mal wieder haben werden. Vielleicht auch nicht.

 

Bestimmt habe ich mich schon an der einen oder anderen Ecke fremdbestimmt gefühlt: Wenn ich für einen Verlag ein Buch anpreisen musste, dass ich eigentlich doof fand. Wenn ich jemanden freundlich grüßen musste, der eigentlich total bescheuert war, leider aber mein Dozent. Der Chef, der furchtbar eingebildet war, und von dem ich mir einiges sagen lassen musste, bis ich endlich gekündigt hatte. Die Freundin, die mir stundenlang die Ohren vollgelabert hat, ohne einmal zu fragen wie es mir geht. Das alles gab mir ein Gefühl der Fremdbestimmtheit. Bis ich einschritt. Wer mir das Gefühl noch nie gab: meine Kinder. Mein Mann. Meine Familie.

 

Und immer wenn ich den Begriff der „Fremdbestimmtheit“ wieder abgewetzt durch alles Medien hetzen sehe, frage ich mich: Meint Ihr, die mit dem Begriff hantieren, Dinge, die ich einfach anders sehe? Oder habe ich Euren Punkt einfach noch nicht verstanden? Verratet es mir: Was verbindet Ihr mit dem Begriff der Fremdbestimmtheit?

 

Superkräfte
Familienrollen

Vereinbarkeit: „Ein AuPair ist natürlich keine Putzfrau und auch keine 24/7 Kinderbetreuung.“

Jeden Donnerstag erscheinen hier die Familienrollen, die eine andere Familie vorstellen. Halima (vom zauberhaften Blog Mamamia) hat sich in punkto Vereinbarkeit Hilfe geholt. In den Familienrollen erzählt sie, wie das Leben mit AuPair ist, was sich für ihre Familie dadurch verändert hat und was sie anderen Familien rät. 

 

 

 

Du bist eine meiner liebsten Elternbloggerinnen: Weil Du immer mit viel Gefühl schreibst, Dich nicht in Klischees verlierst und auch die Privatsphäre Deiner Kinder nicht verkaufst. Manchmal geht es hoch her in der Elternblogger-Blase, vor allem auch weil jeder andere Gründe hat zu bloggen. Was motiviert Dich, neben Deinem vollgepackten Alltag, zu schreiben? 

 

 

GrauErstmal danke für die Blumen.  Bei mir ist das eigentlich ganz einfach: Ich schreibe gerne. Neulich fiel mir eine Mappe in die Hände, in der meine Mama meine schönsten „Kunstwerke“ aufbewahrt hat. Da waren auch ganz viele kleine Hefte, in Krickelschrift und mit ganz vielen niedlichen Rechtschreibfehlern voll.

 

Das waren alles Urlaubsberichte, denn in unseren Urlaben habe ich immer eine Art Tagebuch geschrieben. Im Grunde habe ich damals, mit 6, 7, 8 Jahren angefangen zu bloggen- nur eben analog. Und bis heute macht es mich tatsächlich glücklich, mich hinzusetzen und Geschichten aufzuschreiben. Dass ich heute dafür sogar Feedback bekomme, ist doch toll.

 

Du arbeitest als Juristin und bist Mutter zweier Kinder: Seid Kurzem hat Eurer Familie zur Unterstützung ein AuPair. Warum habt Ihr Euch dafür entschieden? 
FelsIch bin mit einem Workaholic verheiratet. Als wir noch alleine waren, hat ich das nie gestört. Ich habe die Abende mit Freundinnen oder beim Sport verbracht und war glücklich und zufrieden mit meiner Beziehung voller Freiräume für mich. Als die Kinder kamen, sah das natürlich anders aus.

 

Als Geschäftsführer einer großen Firma kann mein Man aber auch nicht ständig um 17 Uhr Feierabend machen. Jahrelang war das für mich in Ordnung, aber dann kam der Tag, an dem ich sagte: „Wir müssen neu verhandeln.“

 

Eine Zeitlang haben wir dann bei krankem Kind, Geschäftsreisen etc. mit komplizierten Plänen versucht, uns mit der Kinderbetreuung abzuwechseln, aber das war fast unmöglich. Entweder, wir hätten beide sehr viel von unseren Jobs aufgeben müssen (was wir nicht wollten) oder wir brauchten jemanden, der uns zu Hause unterstützt. Und da wir jemanden brauchten, der immer da ist, also auch spontan, wenn sich morgens kurz vor Aufbruch ein Kind im Flur übergibt, schien uns ein AuPair die Lösung unseres Betreuungsproblems.

 

Anfangs war das sehr schwierig, denn es kommt ja ein komplett fremder Mensch ins Haus. Erst jetzt, nach Monaten sind wir so richtig, richtig glücklich damit. Wir haben nun eine Vertrauensperson, die sich wie eine große Schwester um die Kinder kümmert und uns leichte Hausarbeiten abnimmt. Die Kinder sind glücklich und wir sind es auch.

 

Auf dem Blog findet man in Alltagsbeschreibungen bei Euch wenig Infos zum AuPair: Liegt das daran, dass Du ihre Privatsphäre schützen möchtest, oder das ihre Rolle einfach nicht so groß ist?
Ein bisschen von beidem. Die Alltagsbeschreibungen drehen sich ja meistens um das Wochenende in Bildern. Am Wochenende hat unser AP frei. Das ist für sie wichtig, weil sie gerne ausgeht, und für uns, weil wir nur am Wochenende richtig Zeit für uns als Familie haben. Inzwischen gehört sie allerdings immer mehr zur Familie. Trotzdem halte ich sie aus dem Blog lieber heraus und gebe dort nur ganz allgemein meine Erfahrungen zum Thema AuPair weiter.
Wenn sich eine Familie entschließt ein Au-Pair ins Haus zu holen: Mit welchen Kosten und Verantwortlichkeiten ist zu rechnen?
Mutter mit beiden KindernDie Kosten sind nicht zu unterschätzen. Ich hab das in einem Blogpost mal aufgeführt. Da sind vordergründig nur die Kosten für das Taschengeld (260 Euro), aber dazu kommt die Krankenversicherung (ca 50 Euro/Monat), die Zuschüsse zum Sprachkurs (50Euro/Monat), ein Monatsticket (ca 50Euro/Monat) und natürlich Kost und Logie.

 

Die Agentur hat eine saftige Prämie bekommen, ein Zimmer musste eingerichtet werden, dazu kommen Kosten für die Visumsverlängerung…da kommt ganz schön was zusammen.

 

Die Aufstellung im Blog mag kleinlich klingen, aber ich wollte einmal wirklich alle Kosten aufführen. Auf der anderen Seite kann man einen Teil von der Steuer absetzen.

 

 

Welchen Tipp hast Du an Eltern, die sich mit dem Gedanken tragen ebenfalls dieses Modell zu wählen? 
Ich glaube, die größte Hürde ist, dass sehr viel zusammenkommen muss, damit es wirklich passt. Bei uns prallte eine extrem laute, wilde, emotionale Familie auf ein schüchternes Mädchen, das anscheinend Gefühle zu unterdrücken gelernt hatte. Dazu kommen kulturelle Unterschiede, die zu Missverständnissen führen können, unterschiedliche Vorstellungen etc. Ich denke, es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, sich einander anzunähern und zusammenzuwachsen (hat bei uns wie gesagt sechs Monate gedauert). Ein AuPair ist natürlich keine Putzfrau und auch keine 24/7 Kinderbetreuung.

 

Vielen lieben Dank, Halima. 

 

Ihr habt auch eine Geschichte, die Ihr gerne in den Familienrollen erzählen wollt? Dann meldet Euch doch unter fruehesvogerl@gmail.com bei mir.

Alltag, Kultur mit Kind

Nachhaltigkeit in der Fastenzeit: Aufruf zur Miniparade

Noch ungefähr 12 Stunden dann ist wieder Fastenzeit: In der Vergangenheit war ich da nie so erfolgreich. „Kein Alkohol“ begann mit drei Weißwein-Schorlen, „keine Schokolade“ mit Schokoladen-Katzenzungen zum Frühstück und so weiter – und irgendwie will ich in der Stillzeit nicht dem Kuchen abschwören.

 

Zumal mein Geburtstag auch noch in die Fastenzeit reinfällt. Irgendwas will ich trotzdem machen, dachte ich mir. Anja vom Blog Gänseblümchen und Sonnenschein hat mir gestern einen tollen Denkanstoß geliefert: Sie erzählte mir vom Plastikfasten. Und mir fiel vor allem eines auf: Ich bin recht unwissend. Meine erste Aufgabe lautet also erstmal ausführlich informieren.

 

Natürlich will ich meinen Kinder in punkto Nachhaltigkeit auch etwas mitgeben. Und hinterfrage Dinge häufiger, seitdem ich Mutter bin. Aber das Feld ist immer noch recht groß und mitunter diffus. Dass ich mit Kaffeekapseln keinen Preis gewinne und auch ein Obstquetschie bei einigen ein Naserümpfen hervorruft, das weiß ich. Warum einige der Rümpfer aber fleißig Billigflieger nutzen, das verstehe ich weniger.

 

Was aber macht wirklich Sinn? Mit dem Tupper-Geschirr Käse an der Theke kaufen, und dann sehen, dass die Verkäuferin das Papier wegwirft, mit dem sie grad eben noch gewogen hat?  In einem Laden ohne Verpackungen stehen, und dafür auf bestimmte Produkte verzichten? Nur mehr regional einkaufen, dafür aber mit dem Auto ans andere Ende der Stadt fahren? Klingt alles noch ein bisschen ausbaufähig.

 

Ein großes Feld. Jeder hat einen anderen Schwerpunkt.

 

Mich interessiert  Eure Interpretation der Nachhaltigkeit und ich hoffe auf tolle Antworten. Deshalb gibt es hier jetzt eine Miniparade: 5 Fragen, die jeweils in nur einen Satz zu beantworten sind.

 

1.) Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich? (grundsätzlich)

2.) In welchen Situationen steht ihr als Eltern (in punkto Nachhaltigkeit) vor besonderen Herausforderungen?

3.) Welchen Tipp für den Alltag hast Du den andere Eltern schnell umsetzen können?

4.) Bei welcher Aufgabe scheiterst Du selbst noch? (Und woran liegt es?)

5.) Was möchtest Du Deinen Kindern in punkto Nachhaltigkeit mitgeben?

 

 

Wenn Ihr mir das bis zum 5. März um 18 Uhr gemeinsam mit einem Bild (und Blog oder Name)  an fruehesvogerl@gmail.com senden könnt, wäre das wunderbar. Ich freue mich schon so drauf. Ach ja, Chips weglassen versuche ich natürlich auch.

 

Übrigens: Eine Miniparade gab es schon mal zum Thema Langzeitstillen.

Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Spiele für Drinnen: Werbung

Anzeige. Wenn das Wetter so ist, wie die letzten Tage, regnerisch, matschig und eklig: Dann gehen wir nur zu kurzen Spaziergängen raus. Seit dem Herbst bekommen deshalb Spiele immer eine ganz neue Bedeutung. Für den Shopping Club Limango durften wir ein paar besondere Exemplare testen.

 

Memory: Wir haben für das Memory der kleinen Raupe Nimmersatt entschieden, da wir auch das Buch regelmässig lesen. 24 Kärtchen fand ich allerdings zu viel für ein Kleinkind. Wir haben mit vier begonnen, haben das aber schnell gesteigert. Etwas abgelenkt waren wir durch diese Kuchenkärtchen: Aber das liegt bestimmt an unserem Alltag.Spiel

 

Das klassische Spiel: „Lappen schnappen“ fanden wir super, zumal wir es ohne Anleitung spielen konnten. Ich gestehe – auch mit 35 – überfordern mich Spieleanleitungen meist. Mehrere Materialen, die sich in zwei Säckchen verteilen lassen, da  lässt sich prima improvisieren und eben auch nach Anleitung spielen: Ein haptisches Erlebnis.

 

Das Riesen-Puzzle: Wir haben unser erstes Riesen-Puzzle und finden es wirklich total super. Auf dem Boden sitzend, hat man plötzlich das Gefühl unglaublich viel zu schaffen, und das Gute ist, es geht auch nicht so schnell ein Teil verloren. Denn das macht mich irgendwie immer richtig nervös, diese fehlenden Teile.

 

50 Spiele vereint.

Die eierlegende Wollmichsau: 50 Spiele in einem wurden versprochen, 50 Spiele in einem kamen. Wir fanden es toll, vor allem weil wir das Thema Bauernhof gut finden und die Grafiken auch wirklich süß sind.

 

Der Stilldemenz sei Dank: Nummer 4 habe ich tatsächlich doppelt bestellt und möchte das nun an Euch verlosen. Das müsst Ihr dafür tun: Kommentiert doch bitte direkt im Blog, welche Spiele bei Euch hoch im Kurs sind.

 

 

 

Wenn Ihr den Beitrag teilt, gibt es ein Extra-Los: Wenn Ihr andere dazu animiert Fan vom Frühen Vogerl auf Facebook oder Twitter zu werden, freuen wir uns natürlich immer.

 

Bis zum 3. März um 18 Uhr habt ihr Zeit zu antworten.