Es gibt so viele tolle Städte zu entdecken, um für Reisen mit Kindern optimal vorbereitet zu sein, frage ich in den Elternfragen gerne bei Einheimischen nach. Stefanie (Blog: Rabaukenrübenräuber) erzählt, wo der schönste Spielplatz der Stadt ist, wie das kleine und feine Museum heißt und wo man gut Kinderbücher stöbern kann. 

Eine vierköpfige Familie ist für 24 Stunden in Leipzig: Welche touristischen Stationen müssen sein?

Ein ganzen Tag kann man wunderbar im Leipziger Zoo verbringen. Innenstadtnah gelegen und selbst bei schlechtem Wetter macht ein Besuch dank Aquarium, Gondwanaland und der großen Affenanlage (da forscht das Max Planck-Insitut). Und dort findet man auch einen der besten – wenn nicht sogar der allterbeste – Spielplätze der Stadt: in die alten Anlagen der Bärengehege (die ich noch aus meiner Kindheit kenne) wurde aus Kletternetzen, geheimen Gängen und Verstecken ein wunderbarer Ort für große und kleine Kinder geschaffen. Für ganz kleine ist es aber noch nichts. Da gibt es aber andere schöne Möglichkeiten im Zoo selbst oder in der Stadt.
Oder im Rosental. Das liegt direkt nebenan und auf der großen Wiese kann man im Sommer am Zooschaufenster die Zebras und Giraffen beobachten, picknicken oder Drachen steigen lassen.

Hoch hinaus kann man sich in Leipzig aber auch wagen: entweder direkt in der Innenstadt mit dem Lift auf die Aussichtsplattform des Panorama Tower oder weiter im Süden die Treppen hoch und den Blick vom Völkerschlachtdenkmal genießen. Je nach Reisezeit und Alter der Kinder kann man auch eine Paddeltour auf dem Karl-Heine-Kanal machen, da sieht man sehr viel vom alten und neuem Leipzig.

Kaffee und Kuchen, oder Nudeln für die ganze Familie: Welche kulinarischen Highlights in der Leipzig kannst Du empfehlen?

Noch recht innenstadtnah gelegen das Cantona. Abwechslungsreiche Küche (auch vegetarisch und vegan) und bei schönem Wetter kann man auch draußen sitzen. Ansonsten ab weiter in den Süden: auf der Karli (Karl-LIebknecht-Straße) findest sich so einiges: ich bin gern im im Hotel Seeblick, lieben die Kuchen aus dem Maitre und war vor einigen Wochen sehr vom Meetfreude Leipzig überrascht. Und ob mit oder ob ohne Kindern, diesbezüglich hab ich in Leipzig noch nie negative Erfahrungen gemacht.

Welches Museum würdest du in Leipzig mit Kindern empfehlen?

In Leipzig gibt es ein kleines, spannendes Museum: das Kindermuseum Unikatum. Wir waren bei unserem letzten Besuch dort im Frühjahr sehr begeistert: kleine überschaubare wechselnde Ausstellungen für große und kleinere Kinder. Und nach einem Besuch, kann man direkt noch die Umgebung erkunden: das alte Arbeiter- und Industriestadtviertel Plagwitz mit seinen kleine Läden und Cafés sowie alles um und im West-Werk-Gelände.

Shoppen als Familie: Wo lohnt sich ein Besuch?

Großartig Shoppen gehen wir mit den Kindern in Leipzig kaum. Im Innenstadtbereich gibt es eine große Auswahl an den bekannten Marken. Einen schönen Spielzeugladen mit großer Auswahl und guter Beratung gibt es da auch: Capito. Die haben auch noch eine Filiale in Plagwitz und eine auf der schon erwähnten Karl-LIebknecht-Straße.

Dort findet man auch einen sehr schönen Kinderbuchladen: Serifee. Der ist direkt auf der Feinkost – da kann man sich das Gelände auch noch gleich anschauen. Dort findet übrigens immer am ersten Samstag im Monat ein kleiner, feiner Flohmarkt statt.

Pst, und nun: Wie kinderfreundlich ist Leipzig wirklich?

Schwierige Frage. Wir fehlt ja quasi der Vergleich. Aber sagen wir mal so: Leipzig ist jetzt nicht sehr kinderunfreundlich. Es gibt inzwischen sehr viele Kinder in der Stadt. Die Geburtenzahlen steigen stetig. Viele Familien haben auch mehr als ein Kind.

Die Stadt und das Land sind diesem Wachstum aber nicht schnell – und gut – genug nachgekommen. Es fehlt immer noch an Betreuungsplätzen im Krippen- und Kindergartenbereich. Die Klassenzimmer sind voll und viele Schulen marode. Aber das ist janicht nur in Leipzig ein Problem…

Uns sonst? Kinder gehören in Leipzig einfach dazu. Es wird nicht viel Aufhebens gemacht; es gibt sie halt und das ist schön. Und sie sind eben auch meistens mit dabei: ob nun in Restaurants oder Cafés, ob sie nun mit auf Flohmärkten herumwuseln oder alte und neue Kunstwerke in Galerien und Museum betrachten. Sie sind mal laut und mal leise.

Es gibt kleine und große Familien aller Art. Ich empfinde Kinder in der Stadt immer als sehr präsent und das ist gut so.

Vielen lieben Dank. 

Tipps für andere Städte gibt es zum Beispiel hier: WuppertalDortmund, Bamberg,  Salzburg, Münster, Hamburg, Hannover, Wien.

Welche Stadt fehlt Euch noch?