Alltag, Kultur mit Kind

Briefwahl, Blumen, Bücher und Baumkuchen – unser Samstag in 12 Bildern

Immer am 12. des Monats zeigen viele Blogger den Alltag in 12 Bildern. Meist gelingt es mir mitzumachen. Heute auch. Ist recht typisch für uns geworden dieser Alltag eines Samstags. 
In Österreich ist demnächst Bundespräsidentenwahl: Die Briefwahlunterlagen sind gestern gekommen und gehen heute in die Post. Hoffe es hilft. 
Zum Frühstück gibt es Ei im Glas. 
Und Kaffee. 

Im Gänsemarsch gehen wir eine Hunderunde. 
Beim Buchladen besorgen wir zwei Weihnachtsbücher: Eines wird gleich probegelesen. 
Im Anschluss geht es an die Drogerie. 
Zuhause testen wir Schuhe, die für den Herbst gedacht sind: Danke an Deichmann. #Werbung

Der kam übrigens aus dem Buchladen mit. Ich finde den total super, bin aber schon gespannt, wie gut diese Beschränkung auf ein Buch pro Tag klappen wird. 
Kuchen ist bei uns sehr wichtig. Aber das ist Euch bestimmt schon aufgefallen, oder?
Kleine Schwestern profitieren von dem Spielzeug größerer Brüder. 
Ich liebe Schnittblumen. 
Samstags-Selfie

Und wie war Euer Samstag bisher so?

Die ganze Sammlung der 12 von 12 -Bildern gibt es übrigens bei Draußen nur Kännchen
Kultur mit Kind

Gewinnspiel mit dem Wunschkind und Freitagslieblinge

Diese Woche mach ich mal wieder bei den  #Freitags5 #Freitagslieblinge – fünf Bilder für fünf Tage – mit.

Meine besonderen Momente der Woche Mitte November (Die Sammlung gibt es bei Berlinmittemom):

Mit Gewinnspiel. Papierversion. Das E-Book ist nur Platzhalter hier. 
Was war diese Woche so los? Was hat uns bewegt. 

Ich liebe die Herbstfarben.

1. Mein Lieblingsmoment mit den Kindern.

Diese Woche hatten wir viele tolle Momente: Einer davon war unser Herbstspaziergang an einem sonnigen Vormittag, als wir grad noch ein Baustellenfahrzeug erhaschten, bevor es abtransportiert wurde.

Platzhalter.

2. Mein Lieblingsessen der Woche.
Brot mit Räucherfisch.

Großartig zu lesen.

3. Mein Lieblingsbuch der Woche.
Eigentlich wollte ich eine epische Rezension zum Buch vom Wunschkind verpassen. Noch lieber würde ich es gerne im Supermarkt verteilen, wenn Freitagnachmittag Mütter wutentbrannt ihre Kinder anpflaumen. Und klugscheißende Rentner ihre Tipps verteilen.

Hab mich aber dagegen entschieden. Ersteres braucht es nicht. Zweiteres ist mir zu teuer.
Kurz: Ich liebe das Buch. Es zeigt auf wie man mit Besonnenheit und Willensstärke seinen Kindern einen liebevollen Weg bietet. Natürlich finde ich nicht alles super, aber es ist ja schließlich ein Ratgeber und keine Gebrauchsanweisung fürs Leben.

Wir fahren gerne nach Österreich. Ist Euch vielleicht schon aufgefallen?

4. Mein Lieblingsmoment für mich.
Wir sind die ganze Woche damit beschäftigt Urlaube zu planen und stellen fest, dass uns die Kombination ein paar Mal Familienurlaub und dann noch ein bisschen Norden mehr zusagt als der Süden und Bettenburgen. Auch irgendwie befreiend.

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Schön fand ich diese Woche auch das sehr berührende Familienrollen-Interview mit Stephi

5. Meine Lieblingsinspiration der Woche.

Diese Woche habe ich viele schöne Blog-Texte gelesen. Besonders hat mir der Text von Andalusienmutti gefallen, die darüber geschrieben hat, dass ihr Hintern vielleicht grad nicht da sitzt, wo er sollte, aber sie stattdessen zwei phantastische Kinder hat. Kann man so stehen lassen.

Meine Begeisterung für das Buch vom Wunschkind, darf ich übrigens mit Euch teilen. Der Verlag war so nett mir zwei Bücher zur Verfügung zu stellen, die ich an Euch verlosen darf. Papierene. Ich hab mir selbst die digitale Version gekauft, weil ich einfach zu ungeduldig war.

Was Ihr dafür tun müsst?


Seid Fan vom Frühen Vogerl auf Facebook und/oder Instagram und/oder Twitter und kommentiert bis zum 15. November um 18 Uhr auf dem Blog, welche Eigenschaft Eurer Kinder ihr besonders mögt? Ihr merkt schon, dass Gewinnspiel orientiert sich am Buch und konzentiert sich auf das Gute.

Ein Zusatzlos gibt es, wenn Ihr Euren Freunden vom Frühen Vogerl erzählt: Ob auf einem der genannten Kanäle oder bei Kaffee und Kuchen, bleibt Euch überlassen. Nur sagen, solltet ihr es mir.

Das Gewinnspiel ist beendet: Gewonnen haben Christin und Simone. 

Familienrollen, Kultur mit Kind

Ein Start Up, vier Kinder zwischen 1 und 14 und noch ein paar andere Dinge / Stephi in den Familienrollen

In den Familienrollen erzählt Stephi wie das Leben so ist als Vierfachmutter, ob sie sich beim vierten Kind ein Mädchen gewünscht hat und ob sie mi 20 eine andere Mutter war als heute.

Du bist Mutter von Vieren: War Dir von Vornherein klar, dass Du so eine große Familie haben willst?

Stephi mit 2 von 4en.

Einer meiner Lieblingssprüche ist „Leben kann man nur vorwärts“.

Ob ich jemals eine Grossfamilie geplant habe? NEIN! Ich wollte gerne Jura studieren, jung heiraten und zwei Kinder bekommen und dann wie im Märchen bis an mein Lebensende und so.…

Ich habe dann eine Ausbildung gemacht, jung geheiratet, zwei Kinder bekommen und dann BWL studiert.

Dann kam alles anders, als im Märchenbuch und ich war geschieden. Und frisch verliebt. Uns war schnell klar, dass auch gemeinsame Kinder in Frage kommen, aber an erster Stelle standen meine zwei Kinder, die erstmal mit möglichst kleinen Wunden durch die neue Lebensphase begleitet werden sollten.

Als wir alle unseren Platz in der neuen Konstellation gefunden haben, kam unser dritter Sohn und 20 Monate später unsere Tochter dazu.

Deine Kinder sind zwischen 14 und 1: Welche Vorteile und Nachteile ergeben sich aus dieser Geschwisterkonstellation?

Bei uns treffen sechs Menschen mit individuellen Bedürfnissen aufeinander. Jeder möchte Aufmerksamkeit oder auch Ruhe haben.

Wir Erwachsenen genauso wie die Kinder. Das alles unter einen Hut zu bekommen und allen gerecht zu werden ist unmöglich, das habe ich mit inzwischen eingestanden. Ich persönlich empfinde das als Bereicherung, denn wir alle lernen, sensibler auf die Bedürfnisse der anderen zu achten und diese auch zu akzeptieren. Meine Kinder lernen auch, dass ich nicht der Mittelpunkt ihres Universums bin.

So unternehmen die Grossen gerne zusammen etwas oder die Kleinen spielen miteinander oder mit den Grossen, während ich andere Sachen erledige.

Der Älteste zieht sich mal in sein Zimmer zurück und sucht seine Ruhe, der zweite spielt solange mit dem kleineren Bruder.

Irgendwie ist immer jemand da und jeder packt mit an und hilft. Dafür müssen aber auch die kleinsten mal mit, weil ich ihren grossen Bruder zum Fussball fahre, oder alle Kinder müssen es mal 30 Minuten aushalten dass mein Mann und ich was für unser Startup  geneinsam erledigen müssen.

Vor Kurzem habe ich einen Blogbeitrag darüber geschrieben, dass manche Leute darauf hinfiebern, welches Geschlecht denn das Baby haben wird. Du hast drei Jungs und ein Mädchen: War das Umfeld sehr bestrebt zu erfahren, ob Dein viertes Kind ein Mädchen oder Junge wird?

Sicherlich werden jetzt viele den Kopf schütteln, aber ja. Ich habe mir ganz, ganz, ganz dolle ein Mädchen gewünscht. Ich wollte gerne einmal eine Mädchenmama sein und erfahren wie es sich anfühlt. Ich hab meiner Ärztin ein Loch in den Bauch gefragt und war tränenüberströmt glücklich, als sie mir das verraten hat, dass wir ein Mädchen bekommen.

Unserem Umfeld haben wir gesagt wir wissen es nicht. Einige waren regelrecht wütend und fühlten sich persönlich beleidigt, dass wir es nicht verraten, aber so ist es halt.

Du bist eine 36 Mutter eines kleinen Mädchens und warst 22 als Du Deinen ersten Sohn bekommen hast: Bist Du all Deinen Kindern die gleiche Mutter?

Das ist schwer zu beantworten, weil es sehr vielschichtig ist. Mit 21 (ich wurde erst 3 Wochen später 22) war ich sehr jung und unerfahren.

Wir waren gerade in frisch nach Hamburg gezogen, in meinem Umfeld gab es nur Mütter jenseits der 30. Ständig fühlte ich mich beobachtet, hatte das Gefühl, die Leute würden jede meinen Umgang mit den Kindern beurteilen und bewerten.

Das führte dazu, dass ich sehr konsequent war und allen zeigen wollte, dass auch eine junge Mutter eine gute Mutter ist. Dadurch wirkte ich nach außen hin vermutlich oft streng. In den ungezwungenen Momenten jedoch, war ich deutlich ungezwungener als heute. Ausgelassen toben, sich auch mal zum Horst machen in der Öffentlichkeit, das alles war mir nicht wirklich peinlich.

Heute bin ich eine deutlich entspanntere Mutter, davon haben sicher auch die Großen profitiert. Ich habe gelernt, dass ich gewisse Dinge nicht beeinflussen kann, sondern aussitzen muss, weil sie sich schon von alleine regeln.

So bin ich zum Beispiel in keinem einzigen Kurs mehr um die Kinder schon mit zwei in Englisch, Musik und Malerei unterrichten zu lassen. Stattdessen verbringen wir nachmittags einfach Zeit miteinander. Ich bin so viel gelassener. Ob andere meinen Erziehungsstil gut oder schlecht finden, tangiert mich kaum noch – so lange die Augen meiner Kinder leuchten und wir als Familie im Gleichgewicht sind.

Du arbeitest, unterstützt Deinem Mann bei seinem Unternehmen, bloggst und hast vier Kinder: Was bedeutet Vereinbarkeit für Dich und wie funktioniert das?

Vereinbarkeit ist für mich sicherlich deutlich einfacher als für eine alleinerziehende Mama, die alle Bälle jonglieren muss, ohne auch mal abgeben zu müssen. In meiner Familie ist Vereinbarkeit vor allem ein Geben und Nehmen.

Das beide Partner sich gleichzeitig mit voller Power um ihre Karriere kümmern, funktioniert für uns beide nicht. Dafür ist uns unser Familienleben viel zu wichtig und steht für uns beide immer ganz oben. Trotzdem sind wir beide sehr ehrgeizig und wollen vorankommen.

Wir sind also darauf angewiesen auch mal zurückzustecken, bzw. einzufordern. So wollte ich nach der Geburt unseres 3ten Sohnes gerne schnell wieder arbeiten, da ein grosses spannendes Projekt anstand, dass ich massgeblich mit beeinflussen wollte.

Mein Mann hat dann Elternzeit genommen und ich bin wieder Vollzeit arbeiten gegangen, als unser Sohn 9 Monate alt war. Das ging super und fühlte sich damals für uns beide richtig an. Jetzt mit dem vierten Kind wiederum stecke ich zurück. Mein Mann hat mit www.3weine.de ein Start Up gegründet, ein Traum, den er schon lange hegt und nun war der richtige Moment gekommen.

Ich war jetzt also 18 Monate zu Hause und kehre im November in Teilzeit in meinen Job zurück. Ich werde in Teilzeit sicherlich nicht so schnell den nächsten Karriereschritt machen, aber das ist ok, denn in unserem Gesamtgefüge ist die Situation genau richtig und wir fühlen uns alle wohl damit.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Privat: Das wir irgendwann alle gemeinsam an einer langen Tafel in unserem Garten sitzen.

Mit unseren Kindern und Enkeln verbringen wir einen wunderschönen Sommerabend und sind glücklich, weil wir es geschafft haben trotz aller Widrigkeiten, Trotzphasen, Pubertäten, Familienzwiste und Krisen, eine Familie zu bleiben, die sich mag, ehrlich miteinander ist und auch mal verzeihen kann – aber vor allem immer lacht, liebt und lebt.

Danke Dir für Deine Einblicke. Zu dem Blog von Stephanie geht es hier.


Alltag, Kultur mit Kind

Unser Soundtrack vom Wochenende / Das Wochenende in Bildern vom 5.+6.11.2016

Unser Wochenende war geprägt von einem Besuch im Einkaufszentrum (ein bisschen stressig), viel Abhängzeit zuhause (sehr gemütlich), Haushaltskrams (notwendig) und Besuch (sehr nett): unser Wochenende in Bildern zeigt den Soundtrack dazu. 
Endlich können sich unsere Telefone überall mit der Anlage verbinden: das passende Gerät dazu kam am Freitag.
Am Samstag lief „Die Höchste Eisenbahn“: diese Musik mögen wir eigentlich alle, da gibt es tolle Lieder wie zum Beispiel „Blume“. (Link zum Video.)

Die Männer in unserer Familie stehen grad unglaublich auf Agnes Obel mit der sie am Sonntag das Frühstück einläuten. Besonders gefällt ihnen zum Beispiel Familiar. 
Sonntagmittag hören wir auch ein bisschen Kindermusik. Hier ein Beispiel für Rotz’n’Roll Radio: der Geburtstagssong. Eine Empfehlung einer Freundin mit erstaunlich wenig Nerv-Tendenz.  
Und bevor wir netten Kuchenbesuch kriegen hören wir am Sonntag noch österreichische Musik. Kennt Ihr schon „Das Praterlied“?

Jetzt haben wir Euch unser Wochenende in Bildern und ein bisschen mehr noch in Tönen gezeigt. Und welche Musik treibt Euch grad so um? Erzählt doch mal. 
Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen
Familienrollen, Kultur mit Kind, Unterwegs

Reisen: Ein Jahr als Familie Couchsurfing – Lena in den Familienrollen

In den Familienrollen erzählt Lena, warum sie sich entschieden hat mit ihren schulpflichtigen Kindern ein Jahr unterwegs zu sein, wie es ihr dabei ergangen ist, was es gekostet hat und wie man sich am besten darauf vorbereitet. 

Elf Monate ward Ihr, mit zwei schulpflichtigen Kindern, quer durch Europa unterwegs: Welche Vorbereitungen habt Ihr dafür getroffen? 

Der Wunsch, längere Zeit am Stück als Familie zu reisen, kam uns, weil wir als Couchsurfing-Gastgeber Besuch von eben solchen Familien auf Langzeitreise bekommen haben. Wir sahen, wie toll so eine Erfahrung für den Familienzusammenhalt ist.

Aus dem vagen Wunsch „sowas hätte ich auch gern“ formte sich dann über längere Zeit ein echter Traum. Irgendwann setzte ich mich wirklich hin und recherchierte: Unter welchen Bedingungen ist das in Deutschland möglich?

Überall hieß es dann, man solle so etwas – wenn – unbedingt vor Eintreten der Schulpflicht machen, weil es sonst echt kompliziert wird. Wir wollten aber, dass die Jungs alt genug wären, um sich auch später noch an diese Reise zu erinnern. Deshalb haben wir bewusst mehrere Jahre gewartet. Die konkrete Planungsphase dauerte dann etwa zwei Jahre, wobei etwa das letzte Dreivierteljahr stressig war. Wir haben versucht, rechtzeitig berufliche Vorkehrungen zu treffen (die sich aus verschiedenen Gründen nachher alle als nichtig erwiesen), haben mit knapp einem Jahr Vorlauf das Gespräch mit den Klassenlehrern gesucht und – das hat sich tatsächlich als die härteste Nuss herausgestellt – haben auf den Ämtern Klinken geputzt, um die offizielle Schulbefreiung zu erwirken.

Als alles geschafft war, hatten wir das Schuljahr zur Verfügung, maximal elf Monate. Uns war wichtig, dass wir jederzeit hätten zurückfahren können, wenn der Punkt käme, dass uns allen oder einem von uns das Reisen ernsthaft aus dem Hals raushängt. Dieser Punkt kam aber nie. Wir mussten zum Beginn des neuen Schuljahres wieder da sein und haben die Zeit fast voll ausgenutzt. Ein paar Tage Puffer haben wir uns aber schon gegönnt.

Für die Statistiker: Wie viele Orte habt Ihr gesehen, welche Verkehrsmittel habt Ihr benutzt und wie viel hat es tatsächlich gekostet? 

Türkischer Bazar.

Wir waren in 21 Ländern, ausschließlich in Europa (Grenzfall Türkei und Island). Im Durchschnitt haben wir alle vier Tage das Quartier gewechselt, nirgendwo sind wir länger als eine Woche geblieben.

Zehn Monate lang waren wir mit dem eigenen Auto unterwegs, haben nur ab und zu die Fähre genommen, und in den Großstädten natürlich den ÖPNV genutzt. Da sind wir etwas mehr als 30.000 Kilometer gefahren – witzigerweise ziemlich genauso viel wie sich im Vorjahr zu Hause auch zusammengeläppert hat.

Europareise Griechenland.

Die letzten drei Wochen haben wir zum krönenden Abschluss noch eine Kreuzfahrt gemacht. Wie das zustande kam, ist ein bisschen schwer zu erklären in so einem kurzen Interview, es war jedenfalls quasi „aus Versehen“. Weil diese Kreuzfahrt die Statistik völlig zerschießt, bleibe ich bezüglich unserer Zahlen bei unserem 10-monatigen Roadtrip. Da hatten wir ein durchschnittliches Tagesbudget von 111 Euro für uns alle vier, was Unterkunft, Essen, reelle Transportkosten, Besichtigungen und so weiter alles mit einschließt.

Welche Erfahrungen konntet Ihr machen, die Du nie wieder missen möchtest?
An Orten: 

Die Nase in Geschichte stecken.

Da wir Europa wirklich „am Stück“ bereist haben, ist dieser Überblick, den wir dadurch gewonnen haben, für mich am wertvollsten. Landschaften und vor allem auch die Kulturen ändern sich graduell, nicht abrupt, wenn man durch Grenzregionen fährt und nicht plötzlich anderswo aus dem Flugzeug steigt. Dabei merkt man, wie absurd die Idee des Nationalstaats eigentlich ist.

Natürlich gab es viele Orte, die etwas ganz besonderes hatten. Die Plitvicer Seen in Kroatien haben uns absolut beeindruckt, zumal wie sie im November fast menschenleer erleben durften. Die Berge in Montenegro waren majestätisch, die antiken Ruinen in Kleinasien, Griechenland und Italien waren spannend, die Spuren des Krieges auf dem Balkan erschütternd, der Optimismus der Menschen in Albanien bewegend. Genau genommen hatte jedes Land wunderschöne oder zumindest beeindruckende Orte, die ich nicht missen möchte.

An Begegnungen?

Spielplatz Kosovo.

Wir waren, so oft es ging, als Couchsurfer unterwegs, haben also Einheimische zu Hause besucht. Auf diese Weise kommt fast immer ein sehr intensiver Austausch zustande.

Wir haben in einem griechischen Bergdorf einem Bäcker beim Brotbacken geholfen, haben in der Türkei Zigarrenbörek wickeln gelernt und in Bulgarien mit einer englischen Auswandererfamilie Weihnachten gefeiert. In Rumänien hat mich unsere Gastgeberin mit auf den Elternabend der Waldorfschule genommen, wo ich ein Sitzkissen gefilzt habe. In Portugal haben wir den uralten Bauernhof der Großtante besichtigen dürfen, auf Sizilien wurden wir auf einen Pfadfinderausflug mitgenommen und in Südfrankreich zum Schulkonzert und zur Abschlussveranstaltung des lokalen Zirkusprojekts.

Besonders spannend war für uns auch der Besuch einer deutschen Familie in Andalusien, die nach dem Freilernerkonzept und einem ziemlich strengen veganen Ernährungsplan gelebt hat. Ich glaube, man kann sich leicht denken, dass diese Begegnungen für uns noch viel prägender und wertvoller waren als all die wunderschönen Orte.

Wie war die Rückkehr: Konnten sich Deine Jungs wieder gut in das normale Alltagsleben integrieren, oder braucht ihr weiterhin kleine Fluchten? 

Die Rückkehr nach so einer langen Reise ist ein interessanter Prozess, in dem man beinahe ebenso viel über sich selbst lernen kann wie unterwegs. Für die Kinder war es aber anscheinend ein Klacks. Sie sind beide zurück in ihre alten Klassen gegangen. Bei Janis haben sich neue Freundschaften ergeben. Silas ist komplett wieder an seinen alten Platz zurückgekehrt. „Nach zwei Tagen war es, als sei er nie weg gewesen“, hat mir seine Lehrerin berichtet. Inzwischen kennen wir ja auch die Zeugnisse des Folgejahres und haben schwarz auf weiß, dass die Auszeit auch in schulischer Hinsicht kein Problem war.

Wir reisen nach wie vor gerne – sehr gerne. Aber wir haben auch ein wunderschönes Zuhause. Da ist nichts, vor dem wir fliehen müssten, und wirklich brauchen tun wir das Reisen nicht. Aber es ist eine Leidenschaft, die uns alle vier eint. Ich bin sehr dankbar, dass es in unserer Familie diesen gemeinsamen Nenner gibt.

Welche Empfehlungen würdest Du anderen gerne geben, die überlegen mit Kindern eine lange Reise zu unternehmen?

Europareise Travelschooling Bosnien.

Sprecht mit anderen Familien, die das schon einmal gemacht haben und lest ihre Bücher und Blogs. Dadurch bekommt ihr am ehesten ein Gefühl dafür, ob das familiäre Nomadenleben wirklich etwas für euch ist. Und sprecht mit euren Kindern!

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es bei der Motivation eine große Rolle spielt, ob man das Unternehmen auch zu ihrem Projekt macht, ihre Wünsche und Vorstellungen berücksichtigt.

Und dann muss man natürlich ehrlich rechnen. Es besteht leicht die Gefahr, dass man sich in die Tasche lügt, zum Beispiel nur die Benzinkosten rechnet, die ja in Wirklichkeit nur einen Bruchteil der Autokosten ausmachen, weil Versicherung, Wertverlust, Werkstattkosten etc. noch dazu kommen. Und von unterwegs aus arbeiten zu wollen und den Lebensunterhalt auf der Reise quasi im Vorbeigehen verdienen zu wollen, halte ich auch für keine gute Idee. Ich bin ja von Haus aus Journalistin und hatte anfangs diese naive Hoffnung, einfach immer mal wieder eine Reisereportage einzureichen oder am besten noch eine feste Kolumne zu führen. Schlechte Idee.

Die ersten zwei Monate, die ich das versucht habe, waren furchtbar stressig, und es lief darauf hinaus, dass Martin und die Jungs sich am Strand gelangweilt haben, während ich in der Ferienwohnung saß und bis nachts um zwei geschrieben habe. Das haben wir also schnell wieder sein lassen. Wir haben uns dann lieber in der Unterkunftswahl und beim sonstigen Geldausgeben etwas eingeschränkt, als zu viel Zeit und gute Laune mit dem Verdienen zu verplempern. Es geht sowieso schon genug Zeit drauf für die Dinge des Alltags, wie Kochen, Waschen, Einkaufen und natürlich Schule.

Wo bist Du grad während Du diese Fragen beantwortest?

Im Moment bin ich an der Ostsee, wo ich mit den Jungs zu drei Vierteln beruflich unterwegs bin. Ich hab die Fragen aber auch schon quer durch die Slowakei mitgenommen, und durch Wien und Prag. Aber da war es überall zu spannend, mich zum Tippen hinzusetzen…
Was wünscht Du Dir, dass Deine Jungs durch die Reisen für die Zukunft mitnehmen?

Ich wünsche mir, dass es ihnen hilft, offene, selbstständige, gleichermaßen kritische wie optimistische und gebildete Menschen zu werden. Und zu meiner unbändigen Freude sehe ich, dass das tatsächlich passiert.

Danke Dir für Deine Zeit und alles Gute für die Zukunft. Mehr von Lena findet Ihr auf www.family4travel.de.

Alltag, Kultur mit Kind

Park und Pizza im Herbst / Unser Wochenende in Bildern vom 22. bis 23. Oktober 2016

Dieses Wochenende wollten wir es ruhig angehen: Schließlich hatten wir alle – außer dem Hund – einen Schnupfen. Einen Familienschnupfen. 
Der Samstagmorgen startet mit warmen Kipferln. Dann kommt Familienbesuch und wir vergessen tatsächlich den ganzen Tag aufs Fotografieren. 
Sonntagmorgen gibt es Ei im Glas. 
Nach Haushaltskrams folgt Mittagsschlaf. 
Und wir bereiten uns auf einen Ausflug vor. 
Gestärkt wird sich noch zuhause. 

Mit unterschiedlichem Tempo bewegen wir uns zu Viert dort durch den Park. 
Es ist wunderbar herbstlich. 

Aber auch ein bisschen kalt: Gegessen wird also drinnen. 

Und wie war Euer Wochenende so: Seid Ihr auch so begeistert von den Herbstfarben überall?
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Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen