Kultur mit Kind

12 von 12 im Februar: Ein Alltag mit viel Büchern und einem Anti-Ort

Immer am 12. des Monats gibt es 12 Bilder aus dem ganz normalen Alltag: Heute mit einem Kinderfriseur-Besuch und einer Tätigkeit, die man mit zwei Kleinkindern nicht versuchen sollte. 

Erst beim zweiten Kaffee fällt mir ein, dass ja heute wieder der 12. des Monats ist.

Ich muss heute jede Menge Zeugs kopieren, denn diese Woche beantragen wir den Kita-Gutschein für unser Mädchen.

Während ich Zeug zusammensuche, räumt jemand anders um.

Und dann gibt es ein schnelles Mittagessen, bevor wir auch schon los müssen zur Kita.

Seit gestern hat der Tiptoi wieder ein Revival: Ich find ihn ja schon ein bisschen nervig.

Und dann ist da immer noch ein Mittagsschlaf ausständig: der kommt langsam, aber er kommt.

Am Nachmittag geht es zum Friseur: Da mein Junge schon sehr lange geht, klappt das einwandfrei.

Im Anschluss fahren wir zum Kopieren in einen Laden: Macht das nicht mit zwei Kleinkindern.

Am Wochenende bekam mein Mädchen ihre erste eigene Tasse: kommt gut an.

Autodrom für Kleinkinder.

Abendessenbesuch

 

Mehr 12 von 12 findet Ihr bei Draußen nur Kännchen.

 

Mit zwei Kindern Dokumente kopieren gehen war übrigens nicht die schlauste Idee. Ehrlich, da war ich im Zoo ohne Kinderwagen und Trage weniger überfordert und auch beim Steuerberater war ich mit den Zweien noch souveräner.

 

Verratet mir doch mal: Was ist Euer Anti-Vereinbarungs-Alltags-Ort mit Kindern?

 

Alltag, Kultur mit Kind

Selbstbefragung Teil 6: Persönliches in 20 Fragen

20 Fragen zum Thema Effizienz, nutzlosen Talenten und der Sache mit dem Alkohol: im sechsten Teil der Selbstbefragung.

Die 1000 Fragen-Challenge von Pinkepank hatte ich letzte Woche bei den Stories beantwortet, dadurch war ich allerdings den halben Tag beschäftigt und das kann es ja nun auch nicht sein: Deshalb heute wieder hier.

Weil ich die Fragen bei anderen so gerne lese und selbst grad wenig dazu komme Persönliches auf dem Blog zu posten, habe ich wieder mitgemacht. Los geht es.

 

101. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?

Nicht alle, aber ich mag mein Sternzeichen.

 

102. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?

Grün.

 

103. Holst du alles aus einem Tag heraus?

Muss man das? Klingt wie ein Zwang, dem ich mich nicht unterwerfen möchte.

 

104. Wie viele TV-Serien schaust du regelmäßig?

Gar keine. Oder doch: Feuerwehrmann Sam. Auf Youtube. Und: Gab es diese Frage nicht schon mal?

 

105. In welcher Beziehung möchtest du für immer Kind bleiben?

Begeisterung und Neugierde. Manchmal gelingt mir das ganz gut.

 

 

106. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?

Ich glaube schon, aber möchte ich das?

 

107. Wer kennt dich am besten?

Vermutlich mein Mann.

 

108. Welche Arbeit im Haushalt findest du am langweiligsten?

Bügeln, drum mache ich es nie. Es gibt wenige Kleidungsstücke, die das wirklich nicht verzeihen.

 

109. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?

Mitunter kommt das vor, aber eigentlich sehr selten von Menschen, die mir wirklich nahe stehen.

 

110. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?

Wochenende trifft es oft ziemlich gut: Wir sind einigermaßen ausgeschlafen (klopfe auf jedes verfügbare Holz) und haben eine entspannte Zeit. Manchmal an tollen Orten, manchmal mit tollen Menschen: oft beides.

 

111. Bist du stolz auf dich?

Nicht in aller Gänze, dann wäre ich wohl ziemlich anstrengend.

 

112. Welches nutzlose Talent besitzt du?

Meist kann ich ohne Probleme einschlafen: Immer wenn ich lese, wie oft Mütter nicht mehr schlafen können, weil sie geweckt werden, bin ich da sehr dankbar. Und klopfe wieder auf Holz.

 

113. Gibt es in deinem etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?

Im negativen Sinne fällt mir dazu nichts ein.

 

 

114. Warum trinkst du Alkohol bzw. keinen Alkohol?

Früher gerne, heute verhaltener.

 

115. Welche Sachen machen dich froh?

Diese Frage gab es schon mal.

 

116. Hast du heute schonmal nach den Wolken im Himmel geschaut?

Nein.

 

117. Welches Wort sagst du zu häufig?

Wenn ich es merke, versuche ich das zu vermeiden.

 

118. Stehst du gern im Mittelpunkt?

Wenn ich mich selbst da reinstelle: Ja. Wenn ich zufällig da reinrutsche: Nein.

 

119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?

Neue Rezepte ausprobieren: Seitdem ich das mit dem täglichen Kuchen nicht mehr so wichtig finde, bekommt anderes Essen eine andere Bedeutung.

 

120. Sind Menschen von Natur aus gut?

Bestimmt. Die Frage ist doch viel eher, was passiert, dass manche es nicht mehr sind und lässt sich das dann wieder umdrehen.

 

 

Und Ihr: Wollt Ihr mir auch etwas davon verraten?

Familienrollen

Tay-Sachs-Syndrom: „Ich möchte nicht in Trauer zuhause sitzen und mein Leben an mir vorbeiziehen lassen.“

Die große Tochter von Eva ist unheilbar krank: In den Familienrollen erzählt sie, woher die Familie ihre Kraft schöpft, wie der Alltag aussieht und wie sehr sie ihre beiden Töchter liebt. 

 

Deine kleine Tochter durfte ich bei der Familienbloggerkonferenz K3 kennenlernen: Helena. Deine große Tochter heißt Haylie, sie kenne ich „nur“ durch Deinen Blog, wo Du von Eurem Alltag mit ihrer Krankheit berichtest: Welche Krankheit hat Deine Tochter genau?

 

Haylie hat die infantile Form des Tay-Sachs-Syndroms – das ist eine angeborene erbliche Stoffwechselkrankheit, die bisher leider nicht heil- oder behandelbar ist.
Um diese Krankheit so einfach wie möglich zu erklären, stellt euch den menschlichen Stoffwechsel so vor: Der Körper nimmt verschiede Stoffe auf zum Beispiel  durch die Nahrung – jede Zelle des Körpers nimmt sich sozusagen was sie braucht, und ein kleiner Teil bleibt übrig – weil den keine Zelle mehr brauchen kann. Bestimmte Teilchen im Stoffwechsel würden normalerweise diese Stoffe wieder abtransportieren wie eine Müllabfuhr.

Bei Tay-Sachs fehlt aber eines dieser Teilchen der Müllabfuhr – ein Enzym namens HexA und daher kann es die Reststoffe nicht aus dem Körper abtransportieren: Die einzige Konsequenz ist diese Stoffe in den Zellen einzulagern – welche diese dann in Fett umwandeln. Wie es so ist in einem Lager, ist irgendwann kein Platz mehr über und dadurch können die Zellen dann irgendwann nicht mehr funktionieren und sterben ab. Dieser Prozess findet im ganzen Körper statt – wodurch nicht nur das Gehirn stark betroffen ist – dass ja alles steuert, sondern eben auch die Muskeln, die Knochen, die Organe etc.

 

Der schlimmste Schaden passiert leider im Gehirn – dadurch das Zellen sterben können Reize nicht mehr verarbeitet werden, die Kinder bekommen Epileptische Anfälle, sie werden blind, bewegungsunfähig, unfähig zu sprechen, zu schlucken und so weiter. Der Körper stirbt langsam – Zelle für Zelle.

Die meisten Kinder mit der infantilen Form (also frühkindlichen Form) bekommen die ersten Symptome im Alter von 6 Monaten – dann beginnt sich alles zurück zu entwickeln was das Baby bis dato gelernt hat – und sterben meist im 3. Lebensjahr.

Haylie ist eine Kämpferin! Sie ist nun schon 7 ein halb Jahre alt! Ein kleines Wunder sozusagen!

 

Die Krankheit ist allgegenwärtig: Wie sieht Euer Alltag aus? 

 

Unser Alltag ist in die Essenszeiten und Medikamentengaben von Haylie gegliedert – und alles was wir machen können oder eben nicht hängt sehr stark von Haylies Gesundheitszustand ab. Momentan zum Beispiel ist nicht einmal ein Spaziergang möglich, da Haylie zurzeit rund um die Uhr Sauerstoff braucht und durch die Belastung der Lunge auch ihr HighFlow Gerät (dieses ist leider nicht mobil) ununterbrochen benötigt.

Ein normaler Tag beginnt bei uns spätestens um halb 9 – mittlerweile wird die Aufstehzeit allerdings von Helena bestimmt – also meistens um 6/halb 7. Dann übersiedeln wir erstmal Haylie und all ihre Geräte (Überwachungsmonitor, Sauerstoffgerät, Highflow-Gerät, Absauggerät) in das Wohnzimmer und dann muss Haylie als erstes inhalieren (da sie dauerhaft Schleim in der Lunge hat durch die Bettlägerigkeit). Währenddessen mache ich Helena ihr Frühstücksmüsli und mir einen schnellen Kaffee. Nach dem inhalieren bekommt Haylie eine frische Windel und dann bereite ich ihr Frühstück zu, und sondiere es ihr gemeinsam mit ihren Medikamenten über ihre Magensonde.

 

Danach darf sie kurz ruhen um zu verdauen, und Helena hat eine kurze Zeit meine ganze Aufmerksamkeit. Natürlich sind wir immer in der Nähe, da Haylie auch in ihren Ruhezeiten immer mal wieder abgesaugt werden muss. Zwischendurch muss sie immer mal wieder umgelagert werden (spätestens alle 2h), damit die Lunge von allen Seiten belüftet werden kann und um keine Druckstellen zu bekommen. Je nachdem wieviel Zeit wir haben wird dann das Essen gekocht, oder Haylie auf der Couch gepflegt. (Wenn Papa daheim ist übernimmt er das kochen und auch die Beschäftigung von Helena weitestgehend).

 

Dann wiederholt sich eigentlich alles immer wieder. Inhalieren, Windel wechseln, Augenpflege, Pflege, Sondieren, Medikamente, und alles wieder von vorn. Bis wir dann am Abend meistens nach der letzten Medikamentengabe wieder alles ins Schlafzimmer, in dem wir alle vier schlafen übersiedeln und ich Haylie bettfertig mache. Nachts hat sie momentan einen Augenverband den ich ihr dann noch anlege und dann gehen wir schlafen. Alle zwei Stunden läutet allerdings mein Wecker und ich muss Haylie umlagern, aber da wechseln wir uns eigentlich alle zwei Nächte ab – ja, ich hab einen tollen Mann.

Rausgehen ist momentan nicht wirklich drinnen – aber wir haben zum Glück unsere Oma im Haus mit der Helena dann auch fast täglich ein bisschen rausgehen kann. Manchmal, aber leider fast zu selten, bekommen wir Besuch von Freunden – das ist immer sehr schön und bringt ein bisschen Abwechslung in unseren sonst so tristen Alltag und an zwei Vormittagen in der Woche habe ich eine Krankenschwester von der Volkshilfe bei Haylie sodass ich die Einkäufe erledigen kann, Haylies Rezepte holen und zur Apotheke bringen kann etc.

Manchmal geht sich sogar noch ein Kaffee oder eine kurze Shoppingtour in der Varena aus. Und alle 2 Wochen darf Haylie das Wochenende bei ihrem leiblichen Papa verbringen – der sich auch liebevoll um sie kümmert – und mein Mann, Helena und ich haben eine kurze Verschnaufpause und können ganz normale Familiendinge machen! In Zeiten wo Helena bei Oma ist und Haylie schläft oder abends, wenn Stefan bei Haylie ist und Helena schon schläft findet sich dann manchmal ein kleines Zeitfenster zum bloggen.

 

Natürlich ist nicht jeder Tag gleich bei uns. Wenn es Haylie gut geht dann können wir auch mal spazieren gehen oder in den Garten, dafür ist es superstressig, wenn es ihr nicht so gut geht. Dann muss oft auch in der Nacht ständig abgesaugt werden und ich komme manchmal nur auf vielleicht 3-4h Schlaf pro Nacht. Auch muss man dann viel Physio mit ihr machen, um die Lunge wieder freier zu bekommen, da bleibt dann keine Zeit mehr für irgendetwas anderes. Kein Bloggen, kein Besuch – kein Spielen mit Helena. Es ist also sehr unterschiedlich.

 

 

Die Krankheit gilt als unheilbar und Du schon einige Kinder mit dieser Krankheit gehen sehen: Wie geht Ihr damit um? 

 

Ja, das stimmt. Wir haben den Tod von sehr sehr vielen Kindern mitbekommen und auch betrauert. Manche kennt man nur online, weil sie aus Amerika sind etc, aber trotzdem fühlt man sich wie eine Familie.

 

Man geht den selben Weg, kann viele Probleme, Ängste, Sorgen, die Wut aber auch die schönen Dinge miteinander teilen – und das schweißt schon sehr zusammen. Manche haben wir auch persönlich kennengelernt und selbst im Arm gehalten – dann ist es natürlich nochmal schwerer.

 

Der erste Tod den ich mitbekommen habe von einem Kind ging mir am nächsten, obwohl ich den kleinen Jungen aus Australien nie kennenlernen durfte. Er nahm an einer umstrittenen experimentellen Behandlung teil und natürlich haben auch wir aus der Ferne da sehr mitgehofft. Der Kleine Tommy ist aber dann doch seiner Krankheit erlegen im 3. Lebensjahr. Ich habe tagelang geweint und getrauert um ein eigentlich fremdes Kind.

Mit der Zeit allerdings härtet man ab. Man lernt die fremden Kinder nicht so sehr an sich ranzulassen. Aber wirklich trauern muss ich mittlerweile nur mehr um die Kinder, die ich wirklich persönlich kennengelernt habe. Es sind einfach zu viele Kinder weltweit und da würde ich sonst daran zu Grunde gehen. Ich kapsel mich dann also stark ab. Natürlich ist es immer hart von einem Tod zu lesen oder zu hören, aber ich versuche dann einfach nur die Zeit mit Haylie noch ein bisschen intensiver zu erleben und versuche aus den Tag noch ein bisschen mehr herauszuholen, die Zeit ein bisschen mehr zu schätzen.

 

Du engagierst Dich stark ehrenamtlich: Welche Erfahrungen hast Du hierbei gemacht? 

 

Ja, ich habe den ersten deutschsprachigen Verein/Selbsthilfegruppe gegründet und habe einige Veranstaltungen, zum Beispiel das erste Familientreffen für Betroffene aus ganz Europa, selbst organisiert etc. Aber es ist nicht immer einfach.

Niemand kennt diese extrem seltene Krankheit und viele wollen nicht für etwas spenden das sie nicht kennen. Außerdem findet man einfach kaum Ehrenamtliche Mitarbeiter – denn wozu sollte man sich auch mit seiner Freizeit und seiner Energie für etwas einsetzen, dass einem selbst ja nicht betrifft?

 

Wir haben seit der Vereinsgründung immer wieder mit den Mitgliedern zu kämpfen, weil wir einfach viel zu wenige sind, um wirklich effektiv gute Arbeit zu leisten. Und oft blieb dann die gesamte Arbeit an mir hängen, und mit den Kindern ist das einfach zu viel.

 

Ich hatte oft das Gefühl den Verein mit purer Willenskraft irgendwie am Leben zu erhalten und noch möchte ich nicht aufgeben. 2017 hatte ich eine Vereinspause eingelegt und die Vereinsarbeit für ein Jahr pausiert. Aber nun 2018 möchte ich gerne wieder voll durchstarten!

 

Natürlich wäre das alles viel einfach und schöner und motivierender, wenn wir einfach mehr Hilfe hätten – wenn sich mehr Menschen ehrenamtlich für eine so seltene Krankheit einsetzen würden – auch wenn es sie nicht persönlich betrifft. Es kann nun mal jeden treffen! Ich hätte mir auch nie gedacht, dass ich mal ein so krankes Kind haben würde – und ich wäre so dankbar gewesen hätte es damals bei der Diagnose schon so einen Verein gegeben! Jeder braucht mal Hilfe – und jeder sollte meiner Meinung auch mal anderen helfen – und dafür gäbe es das Ehrenamt!

 

Ob man Deinen Blog liest, oder Dich selbst nur kurz sieht: Du scheinst vor Kraft zu strahlen, woher nimmst Du Deine Energie?

 

Ich halte es da wie die Gilmore Girls – Koffein in rauen Mengen!

 

Ich denke, dass ich einfach das Leben noch nicht aufgeben möchte. Ich möchte nicht in Trauer zuhause sitzen und mein Leben an mir vorbeiziehen lassen. Ich möchte etwas leisten und etwas bewirken und nicht nur untätig zusehen wie mein Kind langsam stirbt.

 

Ich möchte, dass meine Tochter stolz ist auf mich, und ich möchte selber stolz sein können auf mich und darauf, dass ich nicht aufgebe und immer weiterkämpfe.

 

Ich glaube, dass eine positive Einstellung zum Leben essentiell ist, um so eine Krankheit – so eine Diagnose beim eigenen Kind überhaupt überleben zu können. Man muss so viel lernen, so viel aufgeben, so viel gehen lassen – man muss trauern – jahrelang und dass auch noch doppelt. Zuerst betrauert man das „gesunde“ Kind, dass man einige Monate kennenlernen durfte, und dass man dann langsam verliert. Und später, wenn es dann gestorben ist, trauert man über den Verlust des „kranken“ Kindes. Man ist also im Grunde immerzu von Trauer umgeben.

Und da den Mut zu verlieren kann sehr schnell gehen. Ich halte mich fest an jedem Strohhalm – an allem das mir Kraft gibt. An meinem Mann, meiner Helena (die sehr viel Normalität und Freude in unser Familienleben bringt) und meinen Freunden!

 

Auch mein Blog gibt mir immer wieder Kraft und die Musik ist ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil. Aber am meisten aufrecht hält mich trotz allem Haylie. Mit ihrem Lebenswillen, mit ihrer Kraft inspiriert sie mich jeden Tag! Und ganz ehrlich – wenn Sie durchhalten kann und dass obwohl sie nichts mehr sehen kann, sich nicht mehr bewegen kann, nicht sprechen kann und schlecht hört, obwohl sie immer wieder Anfälle hat, immerzu Atemprobleme und immer wieder im Rachen abgesaugt werden muss, ihr Tag von Medikamentengaben und lagern bestimmt wird und so weiter, was wäre ich dann für eine Mutter, wenn ich nicht auch kämpfen würde? Wenn ich nicht auch für sie stark wäre und mit ihr jeden Tag das beste daraus machen würde? Aufgeben gibt’s nicht. Also kämpfen wir! Und natürlich ziehe ich auch sehr viel Kraft aus den 2 Wöchentlichen Verschnaufpausen an den Wochenenden!

 

Was wünscht Du Dir für Deine Kinder?

Natürlich wünsche ich mir wie jede Mama, dass sie glücklich sind, dass sie ohne Gewalt aufwachsen dürfen und zu liebevollen toleranten Menschen heranwachsen. Gesundheit würde ich mir für alle beide an erster Stelle wünschen, aber auch Akzeptanz, Toleranz, Mitgefühl, aber kein Mitleid von der Außenwelt.

 

Haylie ist so wie sie ist, und wir machen das beste daraus. Dass es trotz allem immer wieder Menschen mit Vorurteilen gibt, dass einem auch vom Land/Staat/System immer wieder Steine in den Weg gelegt werden usw müsste wirklich nicht sein.

Ich wünsche mir für Haylie, dass sie keine Schmerzen leiden muss, und dass sie trotz allem glücklich sein kann und in Frieden sterben darf, sobald sie gehen möchte. Und für Helena wünsche ich mir noch genug Zeit mit ihrer Schwester, dass sie sich auch später an sie erinnern kann und dass sie weiterhin so ein liebevoller kleiner Mensch bleibt, der durch seine große kranke Schwester so viel lernen und erfahren darf.

 

Vielen lieben Dank für Deine offenen Antworten, Eva. 

 

Mehr über Eva und ihre Familie findet Ihr auf ihrem Blog D-Day mal anders.

 

Am Ostersonntag ist die kleine Haylie verstorben: Es gibt eine Spendenaktion an der man sich beteiligen kann, um Familien, die vom Tay-Sachs-Syndrom betroffen sind, Hilfe zu kommen zu lassen.

 

Ihr wollt über ein bestimmtes Thema in den Familienrollen lesen, oder mir von Eurer Familie erzählen? Dann schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.

Alltag, Elternfragen, Kultur mit Kind

Schwangerschafts-Concierge: „Es nicht egal, wie wir unsere Kinder auf die Welt bringen.“

Was ist eigentlich ein Schwangerschafts-Concierge und welchen fünf Fragen sollte sich jede Schwangere stellen: Ulrike von maternita gibt in den Elternfragen Antwort. 

 

 

Du bist Gründerin von maternita einem sogenannten „Schwangerschafts-Concierge“: Wie bist Du auf die Idee gekommen, dass Schwangere einen Concierge brauchen?

 

Die Idee kam aus der eigenen Not heraus. Als ich schwanger mit meiner Tochter war, dachte ich, dass ich das easy hinbekomme. Ich hatte Erfahrung mit Kindern, hatte viel gebabysittet und war Aupair. Aber was alles zum Mutterwerden dazu gehört, das habe ich total unterschätzt.

 

Es gab so viele Möglichkeiten und ich wusste weder worauf ich beim Elterngeldantrag noch bei der Wahl des Geburtsortes achten muss, dass Stillen nicht immer einfach ist, oder dass so eine Geburt (und ihre Folgen) viel wichtiger und prägender sind, als die Wahl des Kinderwagens.

 

Und als ich gemerkt habe, dass es nicht nur mir so erging wollte ich ein Unternehmen gründen, dass dieses Problem löst und sich eben in der Qualität der Inhalte und Empfehlungen von den gut gemeinten Ratschlägen von anderen Müttern unterscheidet. Mit dieser Idee bzw. Vision haben Inga und ich dann 2013 Maternita gegründet. Wir wollten und wollen noch immer die Eltern da abholen, wo sie mit ihrer Familie stehen und sie über alle Optionen aufklären, die es für ihre individuelle Situation gibt.

 

Mit welchen Problemen kommen Klienten zu Euch?

Bei uns dreht sich viel um internationale Klienten, die aus einem anderen Land nach Deutschland ziehen und gar nicht wissen, wie unser System funktioniert. Für die Expats/Internationals  sind Lorna, die aus England kommt, und Elody, die aus Frankreich kommt, zuständig.

Dann haben wir viele Familien, die mit großen Fragezeichen zu Anträgen und Behördenkram zu uns kommen

. Inga ist spezialisiert im Bereich Mehrlinge und dann haben wir endlich auch immer mehr Familien die das sich von uns durch die ganze Schwangerschaft navigieren lassen. Da kommen dann im Laufe der Zeit immer neue Fragen auf. Seit Sommer 2017 haben wir eine eigene Kita-Such Agentur ausgegründet, weil uns die Familien mit Kitasuchanfragen überrannt haben. Das versuchen wir gerade von maternita auszulagern.

 

Nach Deiner Erfahrung: Welchen fünf Fragen sollte sich eine Schwangere unbedingt bald stellen?

1. Wie möchte ich mein Kind auf die Welt bringen und mit welcher Betreuung? – eine gute Betreuung rund im die Geburt ist Gold Wert und so unendlich wichtig

2. Wer kümmert sich um uns als neue Familie und um mich als frische Mama? – Wir sollten das Wochenbett nicht unterschätzen und die Selbstfürsorge nicht aus den Augen verlieren

3. Welche Elterngeld/Elternzeit Kombi passt zu uns und gibt uns den finanziellen/zeitlichen Raum, um als Familie anzukommen? – man kann so viel mehr aus diesen Modellen rausholen, um die Familie sicher aufzufangen, als man denkt.

4. Brauch ich das wirklich alles? Auch bei der Kinderausstattung kann es oft weniger dafür aber wertvoll sein.

5. Fühlt sich das so, wie ich es mache, richtig an? – Wir sollten unbedingt mehr auf unseren Bauch und weniger auf die vielen Meinungen andere hören, denn jede Familie hat so ein individuelles Set an Ressourcen, dass eben nicht one fits all funktioniert.

 

Welche Tipps kannst Du einer Schwangeren geben? 

Tolle Anlaufstellen für frischgebackene Familie sind:

http://www.wellcome-online.de/
http://www.familien-wegweiser.de/

Services die wir gut finden sind:

https://www.notfallmamas.de – Notfallbetreuung wenn das Kind krank ist
https://www.gesundundmutter.de/ – Leckere Gerichte fürs Wochenbett, geliefert frei Haus
https://www.milchwiese.de – endlich ein online Milchpumpenverleih
http://www.minino-online.de/ oder https://mami-poppins.de – Babyaustattung leihen statt verkaufen
http://kinderarztruf.com/wir-ueber-uns/ – privater Kinderarztruf (leider nur in Berlin)
https://call-a-midwife.de/en/ – Hebammenunterstützung online

 

weitere Blogs/Websites die gut für die Schwangerschaft und erste Zeit mit Baby sind:

 

Richtig schwanger
http://www.hebammenwissen.info/
http://www.vonguteneltern.de/
http://www.kinder-verstehen.de/
https://www.hebammenblog.de/

– das sind vor Allem Blogs/Websites die viele fachlich gut aufbereiteten Infos haben. Wenn es persönlich wird, muss jeder mal schauen was ihm so zusagt.

Als App können wir Embryotox – Hier findet man heraus was für Medikamente man in der SSW und Stillzeit nehmen darf

Keelya – testen wir gerade selber und ist eine schöne Begleitung mit Yogaübungen einem Magazin und Gerichten durch die Schwangerschaft.

 

Was hättest Du gerne schon selbst in der Schwangerschaft gewusst?

 

Ich hätte so gern vorher gewusst, was für ein Unterschied es macht, vor während und nach der Geburt gut betreut zu sein. Es nicht egal, wie wir unsere Kinder auf die Welt bringen – nicht für uns Mütter und eben auch nicht für die Kinder. Eine gute 1:1 Betreuung macht einen riesen Unterschied und sollte etwas sein, wofür es sich immer zu kämpfen lohnt.

 

Vielen lieben Dank für das Interview, Ulrike.

 

Vielleicht auch interessant:

 

Hebamme Jana verrät, was in der Schwangerschaft erlaubt und verboten ist.

Susanne von Geborgen Wachsen erzählt, welche Anschaffungen in der Schwangerschaft wirklich nötig sind.

 

Der Schwerpunkt zum Thema Schwangerschaft ist hier.

Alltag, Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Leben mit einem Haustier – Werbung

Anzeige. Wir sind eine fünfköpfige Familie. Mutter, Vater, zwei Kinder und ein wuscheliger Bearded Collie. Unsere Kinder kennen seit ihrer Geburt den felligen Typen, dessen Hundefutter sie manchmal durch die Gegend schießen und der im Gegenzug dazu die Figuren aus dem Kasperltheater etwas “verändert”.

Sie wissen, dass sie Dinge, die im Maul des Hundes verschwinden von einem Erwachsenen holen lassen sollen und merken von selbst, wenn der Hund seine Ruhe möchte und dass er diese auch braucht. Wir alle schätzen die Gutmütigkeit unseres Hundes, denn die ist absolut nicht selbstverständlich ist und zeichnet unseren Hund aus.

Andere zu Besuch

Unseren Bearded Collie erwähne ich spätestens dann, wenn Freunde, ob groß oder klein, uns zum ersten Mal besuchen wollen, und damit automatisch unseren Schurkenbeardie kennenlernen.

Manche Menschen haben eine Hundehaarallergie. Für die ist es bei uns nur im Garten nett. ein Langhaarhund ist nun mal ein Langhaarhund. Manche haben ein bisschen Angst vor großen Hunden, manche freuen sich einfach über den Wildfang und manche haben selbst einen Hund, die sehen da überhaupt keine Probleme.

Hunde und fremde Kinder

Manchmal besuchen uns Kinder deren Umgang mit Hunden toll ist: Wie das Mädchen, das mit dem Hund durch den Garten rannte und genau wusste, wann sie das Stöckchen nicht fischen sollte. Der Hintergrund: Der Vater hatte selbst drei große Hunde daheim.

Hin und wieder kommen aber auch welche vorbei, die vor dem Hund Angst haben. Da war das kleine Mädchen, das hysterisch schrie, weil ein Dackel ihr einst schlechte Erfahrungen beschert hat. Oder der Junge der Angst vor unserem Hund hatte, aber in seiner Panik mit dessen Hundenest auf das Sofa sprang: Suboptimal. Oft ist es so, dass diese Kinder kaum Kontakt zu Tieren haben, unseren Hund nicht gut kennen und daher verunsichert sind. Trotzdem ändert das nichts an dem Wunsch nach einem eigenen Tier.

Unsere Kinder und der Schurkenbeardie

Das kann ich gut verstehen. Unsere Kinder profitieren sehr von dem felligen Familienmitglied: So geht unser dreijährige Sohn vor der Kita bereits mit Vater und Hund spazieren, und merkt bereits beim Frühstück, dass diese Runde morgens wirklich sein muss. Er lernt, dass ein Spaziergang unabhängig vom Wetter sein muss, aber natürlich auch je nach Wetterlage unterschiedlich Spaß macht. Unser Junge weiß bereits, dass man keine Schokolade (gefährlich für den Hund) auf dem Tisch liegen lassen darf und dass ein Hund eben kein Plüschtier ist: also weder beritten noch ungefragt bekuschelt werden soll.

Unser eineinhalbjähriges Mächen vollführt mit dem Schurkenbeardie bereits eigene Schurkentaten: Der Hund wird nicht vom Tisch gefüttert, das sehen die Zwei ganz anders und teilen frech ihr Essen.

Tiere und Eltern

Wie viel Zeit so ein Hund eigentlich beansprucht und wo man Hund und Kind doch besser beaufsichtigen soll, diese Dinge lernt man mit Haustier garantiert. Wenn Erwachsene wenig Bezug zu Haustieren haben, können Kinder oft wenig einschätzen, was ein Haustier eigentlich bedeutet. Durch ein Gespräch alleine lässt sich das nicht vermitteln. Zum Glück gibt es für den Fall Experten, die da helfen können, vor allem wenn Kinder darüber nachdenken selbst ein Tier besitzen zu wollen: Experten, die an die Grundschule kommen.

Der richtige Umgang mit den felligen Freunden

Für Grundschüler wurde das Projekt „Liebe fürs Leben“ (Tracking Link: ) ins Leben gerufen, das der Tiernahrungshersteller PURINA gemeinsam mit dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) umsetzt. Tierschutzlehrer und Tierärzte gehen in Grundschulen, um dort Sechs-bis-Zehn-Jährigen den idealen Umgang mit Tieren beizubringen.

Der Unterricht ist werbefrei: Inhalte sind die Bedürfnisse der Tiere und welche Aufgaben mit einem Haustier einhergehen. Die Freude, die so ein Tier mit sich bringt, kann man sich nämlich meist schneller vorstellen als die Verantwortung.

Was bedeutet das genau?

Konkret geht es natürlich um Hund und Katz: Wie viel Nähe verträgt eine Katze? Wie viel Zeit braucht ein Hund? Was geht eigentlich mit beiden gut, was nicht? Denn allzu oft, malt man sich Dinge aus und weiß gar nicht, was das eigentlich bedeutet. Hier setzt die Initiative an

Kinder sollen lernen, wie viel Freude es macht mit einem Freund auf vier Pfoten gemeinsam aufzuwachsen, aber gleichzeitig auch wie viel Verantwortung es bedeutet sich täglich um das Tier zu kümmern.
Wenn Ihr euch das auch für die Grundschule eurer Kinder gut vorstellen könnt, bekommt ihr hier: mehr Informationen.

Wie schaut es bei euch aus: Habt ihr ein Haustier und wer kümmert sich ihr oder eure Kinder?

 

Elternfragen, Nachgefragt

Stillen: Die Veränderung vom Busen

Was macht eigentlich das Stillen mit dem Busen? Warum gibt es dieses Körbchen-Gewechsel? Und was passiert eigentlich beim Abstillen? Antworten gibt meine liebste Stillberaterin Anna Hofer in den Elternfragen.

 

Was verändert eigentlich die Brust: Schon die Schwangerschaft oder erst das Stillen? 

 

Die weibliche Brust besteht neben Muskeln, Bindegewebe, Nerven, Blut- und Lymphgefäßen aus Fettgewebe, Drüsen und Milchgängen. Tatsächlich durchläuft die Brust in ihrer Entwicklung drei Phasen:
Im Alter von 9 bis 13 Jahren (also kurz vor der ersten Periode) beginnt die Entwicklung der Drüsenanlage. Das Hormon FSH (follikelstimulierendes Hormon) regt die Follikelbildung im Eierstock an. Auf diese Weise wird das Östrogen in den Follikeln gebildet, Östrogen wiederum ist verantwortlich für das Längenwachstum der Milchgänge.

 

Darauf folgt dann In der zweiten Phase ist das Hormon Progesteron, das für das Wachstum der Drüsen verantwortlich ist. Ca. zwei Jahre nach Beginn der Menstruation ist das Wachstum der weiblichen Brustdrüsen tatsächlich abgeschlossen.

Während einer Schwangerschaft verändert sich die Brust erneut. Zu den Hormonen, die während und nach der Schwangerschaft vermehrt gebildet werden, zählen Östrogen und Progesteron, sowie Humanes Choriongonadotropin (HCG), Prolaktin und Oxytocin. Für die Veränderungen der Brust in der Schwangerschaft spielen vor allem Östrogen, Progesteron, Prolaktin und Oxytocin eine wichtige Rolle. Durch Östrogen und Progesteron kommt es zu einer Vermehrung der Milchdrüsengänge und somit zu einem verstärkten Brustwachstum. Prolaktin und Oxytocin bewirken den Milcheinschuss, die Milchproduktion und den Milchtransport während des Stillens.

 

Ich kenne die Geschichte von Frauen, die in der Stillzeit vom A-Körbchen zum C-Körbchen wechselten. Neulich hat mir jemand aber erzählt, dass er vor der Schwangerschaft ein E-Körbchen hatte und nun B. Was ist da passiert?

 

Abhängig vom weiblichen Zyklus und den unterschiedlichen Lebensabschnitten (Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit und Wechseljahre) ändern sich Gewicht- und Form der Brust.
Das kenne wir sicher alle:

 

In der Zyklusphase nach der Menstruation wird die Gebärmutterschleimhaut wieder aufgebaut. Das Hormon Progesteron bewirkt dann eine Wassereinlagerung und Gewebeauflockerung, weswegen es zu einer kurzfristigen Brustvergrößerung kommen kann.

 

Aufgrund der hormonellen Umstellung in der Schwangerschaft wachsen die Brustdrüsen und die Brust wird größer. Das Binde- und Fettgewebe wird verdrängt, deshalb können an der Haut Streifen (Dehnungsstreifen) entstehen. Am Anfang der Schwangerschaft können die Brüste anschwellen und sehr empfindlich sein. Nach Beendigung des Stillens wird ein großer Teil des milchbildenden Gewebes durch Bindegewebe ersetzt. Und da Bindegewebe in der Brust nicht anders funktioniert, als am Po oder den Oberschenkeln, erleben viele Frauen ihre Brüste nach der Stillzeit kleiner oder auch weniger straffer.

Abstillen: Was passiert da mit dem Körper?

 

Wie eben schon beschrieben, regeln Prolaktin und Oxytocin die Milchproduktion und den Milchtransport während des Stillens. Daher ist ein stufenweises Abstillen absolut sinnvoll. Nicht nur für Mutter und Kind, sondern auch zur Regulation der Hormone. Denn das Ende der Stillzeit bedeutet eine schrittweise Entwicklung der Prolaktinkonzentration auf ihren Normalwert. Und dies kann, von Frau zu Frau, unterschiedlich lange dauern.

 

Plötzlich abgestillt: Wie geht man mit möglichen Nebenwirkungen um?

 

Plötzliches Abstillen sollte natürlich, wenn möglich, vermieden werden, da es sowohl für Mutter als auch Kind körperlich und psychisch sehr belastend sein kann. Manchmal lässt sich dieser Schritt aber nicht vermeiden.

 

Der Mutter wird mit diesem Schritt das stimmungsaufhellende Prolaktin entzogen. Körperliche Beschwerden können durch das sogenannte Milchfieber entstehen, das durch die Resorption (also, ein Prozess, bei dem körpereigene oder -fremde Stoffe durch lebende Zellen oder Gewebe aufgenommen werden) der noch verbliebenen Muttermilch verursacht wird. Die Einnahme von entsprechenden Medikamenten geht natürlich mit Nebenwirkungen einher und muss in Absprache mit Ärzten, der Hebamme ggf. auch einer erfahrenen Stillberaterin abgewogen werden.

Natürliche Helfer im Abstillprozess können unter anderem das Hochbinden der Brüste sein, das Kühlen durch Quarkwickel und das Trinken von Salbei- und Pfefferminztee.

 

 

Was sind für Dich als Stillberaterin die eindeutigsten Nachwirkungen des Stillens? 

 

Stillen senkt nachweislich das Risiko der Mutter für Brust- und Eierstockkrebs sowie für Osteoporoseerkrankungen. Gleiches gilt auch für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ II und Übergewicht.

Darüber hinaus profitieren Frauen auch während der Stillzeit von weniger Wochenfluss, einem geringeren Anämierisiko, der schnelleren Rückbildung der Gebärmutter und weniger Blutverlust in der Menstruation in den Monaten nach der Geburt.

Eine schwedische Studie konnte 2007 unter anderem aufzeigen, dass Frauen, die mindestens ein Jahr stillen, nach den Wechseljahren ein geringeres Risiko für rheumatoide Arthritis aufweisen.

 

Vielen lieben Dank für Deine Antworten, Anna. 

Anna war bereits zwei Mal bei mir zu Gast: Einmal zum Thema „Stillmythen und ihr Wahrheitsgehalt“ und einmal über das „Langzeitstillen„. Mehr Infos über Anna findet Ihr auf Ihrer Stillberaterungs-Homepage

 

Ihr habt ein Thema, dass Ihr unbedingt mal in den Elternfragen behandelt haben möchtet? Oder Ihr seid Experte in einem Thema und wollt darüber reden? Dann schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.